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Rezension Christian Koller, Streikkultur

Performanzen und Diskurse des Arbeitskampfes im schweizerisch-österreichischen Vergleich (1860-1950), Lit. Verlag: Münster u.a. 2009. 672 S. 59,90 €.

Rezension

Christian Koller verarbeitet eine große Menge an Literatur und anderem Material, doch über 600 Seiten schrecken erst einmal ab. Als weiteres Lesehindernis erscheint die sehr schematische Anordnung des Buches. Von jedem beschriebenen Streik wird zuerst der Streikablauf beschrieben, dann die Akteur_innen,[1] die Handlungsformen und schließlich die Diskurse. Die Auswahl der Fallbeispiele wird mit einer gleichmäßigen Verteilung auf einer Zeitachse sowie der Handlungs- und Diskursintensität begründet (S. 40), was mir aber nur teilweise schlüssig erscheint. Die großen Streiks in Österreich kommen vor, der Jännerstreik 1918 und der Oktoberstreik 1950, der Schweizer Landesstreik allerdings nicht (ein Generalstreik im November 1918, der sich tief ins kollektive Gedächtnis eingegraben hat). Auch die Entwicklungen zwischen den Streiks hätten ausführlicher beschrieben sein können. Manches erschließt sich durch die Streikbeschreibungen, die oft (beinahe) ohne Vorgeschichte dastehen, einige Male wird ein allgemeines historisches Wissen über die Geschichte beider Länder vorausgesetzt.

            Nach der Überwindung dieser Lesehindernisse wurde ich allerdings in das Buch hineingezogen und es erschlossen sich Erkenntnisse über Veränderungen und Entwicklungen aus kulturhistorischer Perspektive, die dieses Buch absolut empfehlenswert machen und nicht nur, weil es über die entsprechenden Streiks - soweit ich es beurteilen kann - die greifbare Quellenlage ausschöpft, und dadurch für weitere Forschungen unverzichtbar ist.

            In den methodischen Einführungen wird nicht nur der aktuelle Forschungsstand zu Streiks in der Schweiz und in Österreich dargestellt, sondern auch darauf eingegangen, inwiefern der Text die Perspektiven der bisherigen Streikforschung ergänzt. Vor allem will Koller die Ausblendung der Geschlechterperspektive überwinden. Dabei geht es ihm nicht nur darum, die vorhandenen Darstellungen gegen den Strich zu lesen, um zu sehen, wie "Frauen" an die Öffentlichkeit treten. Vielmehr geht es ihm um eine "Analyse normativer und faktischer Geschlechterrollen im Streikgeschehen" (S. 20), wobei sich diese nicht nur auf das Verhältnis "öffentlich-privat", sondern auch auf die Körperpolitik bezieht. So etwa, wenn die Befürworter_innen eines Streiks von Textilarbeiterinnen mit dem Schutz des weiblichen Körper argumentieren, mit Alter und Schönheit. Bei Männern wäre das kaum vorstellbar. (S. 260, Textilarbeiterinnenstreik in Wien 1893). Im Gegensatz zu den meisten Untersuchungen über die Streikgeschichte einzelner Länder berücksichtigt Koller, ob sich Frauen an Streiks beteiligten und wenn ja, an welchen Aktionsformen. Er fragt auch, wer im Laufe der Streiks spricht (und wer schweigt). Und er reflektiert, dass Frauen als Streikende von Exponent_innen der organisierten Arbeiter_innenbewegung anders behandelt werden als Männer (noch einmal der Textilarbeiterinnenstreik 1893, S. 262f: als Rufe der Streikenden laut werden, Richtung Zentrum und Ringstraße zu marschieren, in Richtung der Repräsentation, wurde durchgesetzt, statt dessen einen Ausflug ins Grüne, auf den Galitzinberg, zu machen). Und immer wieder werden männerbündische Tendenzen in der Streikorganisation diskutiert.

            Eine weitere wichtige Ergänzung ist die Analyse der Sprache der Beteiligten (S. 21). Oft setzten sich im Kreise der Streikbefürworter_innen militärische Metaphern durch. Die Rhetorik sollte den disziplinierten und planmäßigen Charakter der Arbeitsniederlegungen ausdrücken, wobei sie gleichzeitig den immer wiederkehrenden Vorwurf dementieren wollte, dass die Streikenden einen undisziplinierten von ausländischen oder auch jüdischen Drahtziehern aufgehetzten Pöbel darstellten (S. 250f zum Tramwaykutscherstreik 1889, gerade in Österreich wurden von allen Parteien häufiger antisemitische Stereotypen bemüht). Neben der Analyse der Sprache berücksichtigt Koller auch die Rolle der "Emotionen" (S. 22f). Gerade der Geschichtsschreibung der Arbeiter_innenbewegung war es wichtig, immer nur die "Vernunft" zu betonen, wodurch wichtige Motive der Streikenden systematisch ausgeblendet wurden, wie zum Beispiel die Frage nach der Bedeutung des häufigen Festcharakters von Streikveranstaltungen. Die österreichische Arbeiter_innenbewegung hat das ohne es zu theoretisieren erkannt und organisierte neben der Arbeiter_innenbildung gerade den kulturellen Bereich.

            "Sprache" und "Emotionen"sind aus Kollers Sicht hingegen einige der Grundlagen des Streikgeschehens benannt, Grundlagen, die er als auch als "Performanzen" zusammenfasst (S. 24f). Zu diesem Begriff gibt es bereits eine breite (historische) Literatur, die allerdings nur selten auf das Phänomen Streik bezogen wurde. Koller spricht insofern nicht nur über den Ausstand und seine Dauer, sondern auch über die damit zusammen hängenden Aktionsformen wie Versammlungen und Demonstrationen. Bei den untersuchten Fällen gibt es kaum Streiks ohne "Straßenpolitik". Ein Ausdruck der Performanz ist dabei auch die "Gewalt" (S. 26f). Die emotionalen Dispositionen der Gewalt werden ebenso diskutiert wie die versuchte Verhinderung derselben durch die Disziplin der Arbeiter_innenbewegung. Interessanterweise ist es nicht so, dass die Straßenkrawalle ein besonders männlicher Ausdruck waren. Im Gegenteil, selbst bei völlig männerdominierten Streiks war es so, dass die Auseinandersetzungen auf der Straße zu einem Teil auch von Frauen und Jugendlichen / Kindern getragen werden (S. 139, bei den "Streiks der Zürcher Maurer, Zimmerleute und Metallarbeiter" 1906)[2]. Das liegt natürlich auch daran, dass sich die Räume der Straße in den jeweiligen Wohnvierteln außerhalb der Fabrik befanden, in denen auch Frauen und Kinder lebten und sich auch auf der Straße aufhielten.

            Ein weiterer Perspektivenwechsel gegenüber der bisherigen Streikforschung deutet sich in der Behandlung des "Raumes" an (S. 29f). Die Bewegung der Streikenden wird nicht nur als Negatives diskutiert, das heißt in Abgrenzung zur und als Exodus aus der Fabrik, sondern auch als Aneignung von Repräsentationsorten der Unternehmer_innen oder der staatlichen Macht, wie zum Beispiel im Rahmen von Demonstrationen. Dabei ist es selbstverständlich wichtig, wo die Fabrik gelegen ist und wo die hauptsächlich von Arbeiter_innen bewohnten Bezirke. Bei den "Streiks der Zürcher Maurer, Zimmerleute und Metallarbeiter" 1906 (S. 131ff) etwa ging es darum, dass "Streikbrecher" durch das Arbeiter_innenviertel Außersihl transportiert werden mussten und die jeweiligen Transporte häufig Konflikte provozierten. Außerdem grenzte das Außersihl an das bäuerliche Albisried, wo Gegner_innen der Streiks - auch militant - gegen die Streikenden organisiert wurden.

            Und schließlich werden die Streiks auch in einem internationalen Zusammenhang gesehen. So lässt sich feststellen, dass vor dem Ersten Weltkrieg Schweizer Streikbrecher_innen häufig im Ausland rekrutiert wurden (in der Österreich-Ungarischen Monarchie war das nicht notwendig), was danach praktisch nicht mehr passierte. Auf der anderen Seite konnte vor dem Ersten Weltkrieg mehr auf internationale Solidarität gebaut werden als danach, was die Spendensammlungen für Streiks in ganz Europa bis hin nach Übersee zeigten.

            Die Struktur des Buches ist, wie eingangs erwähnt, sehr schematisch. Es wird immer zuerst die allgemeine Streiktätigkeit der jeweiligen Phase beschrieben, einschließlich der institutionellen Strukturen (Parteien, Gewerkschaften, Verbände der Unternehmer_innen, staatliche Einflussnahme), dann die Streiks (Ablauf, Akteur_innen, Handlungsformen, Diskurse), und anschließend wird ein Zwischenfazit für jeden Abschnitt gegeben. Der erste Abschnitt beschreibt acht Streiks zwischen 1860 und 1918 in der Schweiz, anschließend sieben für den selben Zeitraum in Österreich, zwei in der Schweiz von 1918 bis 1937, drei in Österreich von 1918 bis 1934 (bis zur Errichtung des Ständestaates) und schließlich zwei in der Schweiz von 1937 bis 1950 und zwei in Österreich von 1934 bis 1950. Das Zusammenwürfeln von Ständestaat und Nachkriegszeit (aus der Zeit von 1938 bis 1945 gibt es auch kein Beispiel, im Gegensatz zur Schweiz mit einem Streik in der Werkzeugmaschinenfabrik Bührle & Co 1940) ist mir für Österreich nicht ganz einleuchtend.

            Zum Schluss möchte ich genauer auf den Streik im September und Oktober 1950 in Österreich eingehen (auch weil ich mich selbst damit beschäftigt habe),[3] weil dadurch sichtbar wird, wie der Text von Koller die Streikgeschichte bereichert. Der "Oktoberstreik 1950" war lange als das große Streikereignis in Erinnerung, weil in den Kalten Krieg eingeschrieben, allerdings wurde er mittlerweile weitgehend aus der kollektiven Erinnerung verdrängt. Koller bringt eine genaue, relativ "neutrale" Beschreibung, indem er die Protagonist_innen zitiert, aber auch klar macht, wer aus welcher Position spricht. Bezeichnenderweise gibt es von der Quellenlage her keine Beschreibung, die die Positionen der Arbeiter_innen einnimmt, es gibt die Positionen der KPÖ und die Positionen gegen den Streik.[4]

 Hintergrund des Streiks war, dass die Lohn-Preis-Abkommen (LPA), ausverhandelt zwischen der Regierung, der Wirtschaftskammer und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund, sowohl Lohn- wie auch Preissteigerungen unter Kontrolle halten sollten. Da den (relativ geringen) Lohnerhöhungen aber keine Preisbeschränkungen folgten, stieg der Unmut von Abkommen zu Abkommen. Am 23. September 1950 wurde das 4. LPA in der Arbeiter-Zeitung angekündigt. Die KP organisierte Betriebsversammlungen und am Montag, den 25. September, wurden einstündige Warnstreiks durchgeführt. Am Tag darauf demonstrierten Zehntausende in Linz und Steyr in der amerikanischen Besatzungszone sowie einige Tausend in Wien (geteilt zwischen den vier Besatzungsmächten USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich). In einer Reihe von Betrieben, davon in der gesamten Großindustrie, wurde die Arbeit niedergelegt, in Wien Polizeisperren durchbrochen. Am 27. und 28.September breiteten sich die Streiks in ganz Österreich aus, in Linz wurden kurzzeitig das Rathaus und die Arbeiterkammer (AK) von Streikenden besetzt, die AK-Führung zum Rücktritt gezwungen (der AK-Präsident Heinrich Kandl wurde sogar mit einem Fenstersturz bedroht). Die KPÖ und KPÖ-dominierte Betriebsräte traten für eine Streikunterbrechung und eine gesamtösterreichische Betriebsrätekonferenz für Samstag, den 30. September ein. Während bei der VOEST in Linz und in Steyr weitergestreikt wurde, bröckelte der Streik aus diesem Grunde fast überall ab. Die Betriebsrätekonferenz beschloss ein Ultimatum zur Rücknahme des LPA bis zum 3. Oktober. Am 4.Oktober beteiligen sich dann fast nur noch Kommunist_innen an Streiks und Demonstrationen, Straßenbahnen und Zugverbindungen wurden blockiert, in Niederösterreich einzelne Postämter besetzt. In Wien organisierte der Chef der Bau- und Holzarbeitergewerkschaft Franz Olah Rollkommandos, die sich an der Niederschlagung der Demonstrationen beteiligten. Am 5. Oktober "entschied sich das als Streikexekutive fungierende Präsidium der gesamtösterreichischen Betriebsrätekonferenz mit 400 gegen 3 Stimmen für den Abbruch des Streiks." (S. 474) In Kollers Beschreibung geht es um die teilweise beschwichtigende Rolle von KP-Funktionär_innen gegenüber (meist spontanen) Gewalttätigkeiten in der ersten Phase des Streiks, weniger darum, dass die KP beteiligt war am Abwürgen der Spontaneität (wobei offen bleibt, inwiefern die Streiks nicht auch unabhängig von den Verlautbarungen der KPÖ abgebröckelt wären).

            Die Akteur_innen waren in Wien zwar hauptsächlich, aber nicht ausschließlich Partei-Kommunist_innen, in Oberösterreich neben diesen Anhänger_innen der VdU (Verband der Unabhängigen, Vorläuferin der FPÖ), aber auch viele Anhänger_innen der SPÖ. - Nicht die streikenden Arbeiter waren die "nützlichen Idioten" der KPÖ: es war genau umgekehrt: Die Arbeiter "benützten die Kommunistische Partei als Druckmittel gegen eine Politik, mit der sie nicht einverstanden war", zitiert Koller den Wirtschaftshistoriker Fritz Weber (S. 479). Die KPÖ hätte sich angesichts der politischen Situation gar nicht leisten können, nicht zu Protesten aufzurufen, es gab eine echte Empörung der (streikenden) Arbeiter_innen, wofür Koller einige Beispiele bringt. Bezeichnenderweise gab es im damaligen Diskurs für die nicht parteigebundenen Beteiligten den Ausdruck "Wilde". Die sowjetische Besatzungsmacht hatte der Einschätzung Kollers nach das Ziel "den Streik totlaufen zu lassen, ohne dass die KPÖ das Gesicht verlor" (S. 489). Während die Streiks entsprechend der Beschäftigungsstruktur in der Industrie männlich dominiert waren, beteiligten sich Frauen in großer Zahl an den (auch militanten) Demonstrationen. Wenn Gewalttätigkeit von Demonstrant_innen als Argument für einen angeblichen Putschversuch durch die KPÖ herangezogen wurde, so können die Streikgegner_innen für kaum beanspruchen, zurückhaltend und gemäßigt vorgegangen zu sein. Im Gegenteil, nicht nur der Diskurs war Gewalt befürwortend, auch der Einsatz der Gendarmerie mit aufgesetztem Bajonett und Olahs Schlägertrupps waren nicht gerade gewaltfrei (Zitat Arbeiter-Zeitung über die zweite Streikphase: [...dass Motorisierte Einsatzkommandos, gebildet aus etwa 2000 mit Holzknüppeln bewehrten Bauarbeitern] "in kurzer Zeit die Kommunisten - nicht ganz ohne Gewalt - davon überzeugten, dass der Verkehr nicht behindert werden dürfe", S. 485).

 

            Handlungsformen des Streiks von 1950 waren zahllose Betriebsversammlungen, die über die Beteiligung, Fortsetzung oder Abbruch der Arbeitsniederlegung entschieden (S. 491), an der Betriebsrätekonferenz am 30. September nahmen über 2.000 Personen teil, das waren zwar nicht mehr als zehn Prozent der österreichischen Betriebsrät_innen, aber es waren Delegierte von praktisch allen Großbetrieben vertreten. Demonstrationen waren die zweite wichtige Aktionsform: bei Streikausbruch bildeten sich Demonstrationszüge, die von den Fabriken Richtung Stadtzentrum zogen. Die Demonstration am 4. Oktober war, anders als die Demonstrationen in der Woche davor, planvoller organisiert: "Die Marschierenden wurden von Radfahrern flankiert und es fuhren in dem Zug mehrere Lautsprecherwagen mit, die Musik sendeten." (S. 493) Im Rahmen der Demonstrationen kam es zu Tätlichkeiten. Der Sturm auf die Gebäude (in Linz das Rathaus und die AK) wird von Koller als "eine quasi-revolutionäre Stimmung, in der die Machtverhältnisse mit einem Schlag geändert schienen" beschrieben (495f)[5]. Der angedrohte Fenstersturz des AK-Präsidenten Kaindl wird als "Demütigungsritual" (S. 496) analysiert. Neben Verkehrsblockaden von Eisen- und von Straßenbahnen wurden Preiskontrollen in Geschäften durchgeführt (S. 497). Die Gewalttätigkeit auf allen Seiten könnte nach Koller mit dem allgemein sich fortsetzenden gewalttätigen Klima des noch nicht in weiter Ferne liegenden Krieges zu tun gehabt haben. Auch die Streikgegner_innen führten Betriebsversammlungen durch, ebenso Demonstrationen, außerdem eine Siegesfeier nach dem endgültigen Abbruch des Streiks. Schließlich geht es Koller vor allem um die Frage, ob es sich um einen versuchten "Putsch" gehandelt habe, und in diesem Zusammenhang um die Rolle der Kommunist_innen. Koller  konstatiert, dass auch unabhängig von seiner eigenen Analyse in der Historiografie immer mehr anerkannt wird, dass es keinen Putschversuch gegeben hat.

            Das Buch ist ein unverzichtbares Nachschlagewerk zu großen und wichtigen Ereignissen der österreichischen und schweizerischen Streikgeschichte. Die Arbeitskämpfe werden detailgetreu und aus erweiterter Perspektive beschrieben. Der Text bestätigt einige Erkenntnisse, erschließt aber auch neue. Ein spannendes und lesenswertes Buch, dessen Kosten von fast sechzig Euro allerdings ein Anschaffungshindernis bilden (vielleicht sollte wieder damit begonnen werden, Raubdrucke zu produzieren).



[1] Auch wenn Koller die Geschlechterverhältnisse berücksichtigt, kümmert er sich nicht um eine geschlechtersensible Schreibweise. Manchmal war ich nicht sicher, ob es sich tatsächlich nur um Männer handelte oder ob beide Geschlechter gemeint sind. Bei "Akteuren", die immer wieder in der Überschrift vorkommen, ist klar, dass es meist beide Geschlechter sind, darum verwende ich "Akteur_innen". Ich werde den Unterstrich verwenden, obwohl die Beteiligung der Geschlechter manchmal nicht ganz klar ist (ausgenommen bei wörtlichen Zitaten).

[2] "Selbst in den 'heißen' Phasen waren auch Frauen auf der Straße präsent und zwar sowohl an als auch hinter der Front. Frauen waren etwa an der Zertrümmerung eines Straßenbahnwagens in Außersihl beteiligt und warfen Steine gegen ein Automobil, das dem Militär in Albisrieden Verpflegung brachte." (S. 139)

Hier weiß ich nicht sicher, ob es sich bei den Streikenden (und den Streikbrecher_innen) nur um Männer handelt oder hauptsächlich, ich weiche dieser Frage aus, indem ich zitiere.

[3] Vgl. Foltin, Robert (2004): Und wir bewegen uns doch. Soziale Bewegungen in Östereich. Wien: edition grundrisse, S. 39f.

[4] Koller zitiert neben der veröffentlichten Literatur Diplomarbeiten und Dissertationen sowie Akten des Österreichischen Staatsarchivs und der Botschaften der Besatzungsmächte, was den schiefen Winkel der Quellen aber nicht korrigiert. Eine Beschreibung aus libertärer Sicht versuchen Mathias Wittau und Matthias Seiffert unter dem Titel "Österreich 1950", in: Marcks, Holger / Seiffert, Matthias (2008) (Hg): Die großen Streiks. Episoden aus dem Klassenkampf. Münster: UNRAST-Verlag, S. 117-133, sie sind aber ebenso auf die einseitige Quellenlage angewiesen.

[5] Koller verallgemeinert das später auf Handlungsformen in der Nachkriegszeit überhaupt: "Hatte sich bei früheren Streikunruhen das 'Straßenvolk' mit der Verhöhnung solcher [-] Orte sowie dem Einwerfen von Fensterscheiben begnügt, so wurden 1946 das Stadthaus von Genf und 1950 das Rathaus von Linz sowie die oberösterreichische Arbeiterkammer gestürmt", S. 507.

 

© Robert Foltin. Foto im Seitenkopf: Katharina Struber

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